Stefan Petermann erhält das renommierte Harald Gerlach-Literatur-Stipendium 2020

PRESSEMITTEILUNG 2/2021

Gotha, den 11. Februar 2021

Stefan Petermann erhält das renommierte Harald Gerlach-Literatur-Stipendium 2020

Festakt wegen Pandemie auf Sommer 2021 verschoben

 

Das mit 12.000 Euro dotierte Thüringer Literaturstipendium „Harald Gerlach“ ging im Jahr 2020 an den Autor Stefan Petermann.

Die feierliche Übergabe musste 2020 wegen der Pandemie bedauerlicherweise mehrmals verschoben werden und wird nun gemeinsam mit der Gerlach-Stipendiatin für 2021, Emma Braslavsky, am 7. Juli 2021 im Augustinerkloster in Gotha um 18 h unter Teilnahme von Kulturminister B.-I. Hoff und Oberbürgermeister Kreuch stattfinden.

In der DDR geboren, nach dem Mauerfall in Ostdeutschland aufgewachsen, ist die Recherche und das Überprüfen von Herkunft für Stefan Petermann ein elementares Anliegen.

Er erhält das Stipendium für sein neues Romanprojekt „Lange Stille“. In seinem Exposé schreibt Petermann: „Diese Geschichte beginnt im Jetzt und endet in dem, was passieren könnte. Es ist eine dystopische Erzählung darüber, wie etwas verloren gehen wird, darüber, was einem Land geschehen könnte, den Menschen dort, was in ihren Händen liegt, ihren Worten. Es ist eine Geschichte der Zukunft und dabei eine der Gegenwart.“

Die Mitglieder der Jury waren beeindruckt und Dr. Daniela Danz, Mitglied des Kuratoriums, schreibt in der Jurybegründung über das Projekt: „Es ist, wie Stefan Petermann in seinem Exposé schreibt, „eine Geschichte der Zukunft und dabei eine unserer Gegenwart‟ und wir brauchen sie in der Sprache, mit der nur Stefan Petermann sie erzählen kann. … Es gibt der Texte über das Leben in Ost und West in Vergangenheit und Gegenwart viele, im letzten Jahr und auch in diesem, in den der 30. Jahrestag der deutschen Einheit fällt, werden sie im Brustton der Authentizität erzählt. Aber braucht die Erzählung des Trennenden und Verbindenden beider Teile Deutschlands nicht auch einen sezierenden, einen konzeptionell-literarischen Blick, um die Mechanismen der Narrative in der Narration selbst zu reflektieren? Stefan Petermann geht es genau um jene Distanz zur Nähe. … Und er ist, um dies alles noch einmal zusammenzubringen, ein sehr wichtiger, stiller und unermüdlich tätiger Motor des Thüringer Literaturlebens.“

Seit seinem Studium an der Bauhaus Universität lebt Stefan Petermann in Weimar. Die letzte seiner Publikationen hat große Resonanz erfahren. Der eindrucksvolle Text-Bild-Band „Jenseits der Perlenkette – eine Reise in die kleinsten Dörfer Thüringens“ ist ein gemeinsames Projekt mit der Filmemacherin Yvonne Andrä. Ausstellungen und Lesungen begleiten dieses Projekt. Stefan Petermann ist ein reger Literaturakteur, der sich unterschiedlicher Medien bedient. Neben seinem Romanprojekt widmet er sich zum Beispiel auch gerade dem Projekt „Mindestnähe“. Zusammen mit Nancy Hünger entwickelt er ein „Corona-Manual“, in dem jede Woche zu einem Begriff Texte verfasst werden (www.mindestnähe.de).

Einmal im Jahr vergibt die Kulturstiftung im Rahmen der Literaturförderung das Thüringer Literaturstipendium „Harald Gerlach“. Das Ziel ist, Autoren*innen die Möglichkeit zu geben, über einen längeren Zeitraum intensiv an einem aktuellen Vorhaben zu arbeiten. Das Stipendium wird für ein Jahr vergeben und ist mit 12.000 Euro dotiert. Die Voraussetzungen sind ein literarisch hochrangiges Projekt (Prosa, Lyrik oder Dramatik) dessen Texte noch unveröffentlicht sind, sowie entweder ein ständiger Wohnsitz bzw. der Geburtsort des Autors oder der Autorin in Thüringen oder aber ein deutlicher Thüringenbezug des Projekts selbst.

Mitglieder der Jury waren: Dr. Daniela Danz, Ursula Heinemann, Nora Milenkovic, Dr. Eberhard Kusber und Joachim von Zepelin.

Das nach dem Thüringer Autor Harald Gerlach (1940-2001) benannte Literaturstipendium wurde durch eine Initiative des Schriftstellers Ingo Schulze 2008 ins Leben gerufen.

Die bisherigen Stipendiaten*innen waren: Lutz Seiler (2009), Jan Volker Röhnert (2010), Christian Rosenau (2011), Daniela Danz (2012), Bärbel Klässner (2013), Hubert Schirneck (2014), Nancy Hünger (2015), André Schinkel (2016), Ron Winkler (2017), Peter Neumann (2018) und Vera Vorneweg (2019).

Stefan Petermann, der Gewinner des Gerlach-Stipendiums von 2020.

Die feierliche Übergabe wurde 2020 mehrmals wegen der Pandemie verschoben. Sie wird nun gemeinsam mit der Gerlach-Stipendiatin für 2021, Emma Braslavsky, stattfinden:

Feierliche Übergabe Gerlach-Stipendium an Stefan Petermann (2020) und Emma Braslavsky (2021)

am 7. Juli 2021 um 18 h im Augustinerkloster in Gotha.

Ute Edda Hammer

Geschäftsführung und Vorstand der Kulturstiftung des Freistaats Thüringen

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